Die Geschichte des Parfüms

ÄgyptenDer Begriff Per fumum ist lateinischer Abstammung und bedeutet „durch Rauch“. Die ersten Wohlgerüche entstanden also bei der Verbrennung aromatischer Substanzen. Man trat mit den Göttern in Verbindung und nutzte Düfte früher für religiöse Zeremonien. So wurden zu Ehren des Sonnengottes Ra Harze und Hölzer an drei verschiedenen Zeitpunkten des Tages verbrannt, gemäß dem Lauf der Sonne. Besonders viel Wert legte man auf die Einbalsamierung der Verstorbenen, die den Zerfall der Toten verhindern sollten. Für jede Mumie wurde ein eigenes Parfüm geschaffen, damit man im Falle einer Verstümmelung eines Körperteiles dieses in der anderen Welt am Geruch wieder finden kann. Die ersten Parfümrezepte fand man an den Wänden der rückwärtigen Räume in Tempeln. Sie wurden in den Basreliefs verzeichnet. Der Gott Toth hatte diese Formeln seinen Priestern offenbart. Es sind die ersten Formeln, welche in der Geschichte der Parfümerie aufgezeichnet sind. So wie Bes die Göttin der Kosmetika war, galt der Gott Toth als der Gott der Wohlgerüche. Die ägyptischen Frauen trugen Parfümkegel auf ihren Kopf, die zur Parfümierung getragen wurden. Im Papyrus Ebers und auf der Opfersäule des Museums von Leiden wurden duftende Kräuter aufgezählt, welche bei der Herstellung von Parfüms Verwendung fanden. Es sind unter vielen anderen Weihrauch, Myrrhe, Narde, Safran, Jasmin, Lilie, Rose, Zimt, Opoponax, Zedernholz, Balsamholz. Eines der berühmtesten ägyptischen Parfüms war Kyphi, das sowohl als Öl wie auch als Räucherwerk Verwendung fand. Plutarch erwähnte für diesen Duft 16 Bestandteile. Die begehrtesten Salben im alten Ägypten waren Mendesium, Qamdi, Cyprinum und Ägyptium.
In Ägypten lernten Ende des 2.Jahrhunderts v.Chr. auch die Israeliten den Gebrauch von Duftstoffen kennen. Hier wurde das Parfüm nur sparsam und ausschließlich für religiöse Zwecke verwendet. Moses hatte vom Herrn das Gebot erhalten, für den Gottesdienst bestimmte Duftstoffe auszusuchen und er erhielt auch die Formel ihrer Zusammensetzung. Der langjährige Aufenthalt der Juden in Ägypten bewirkte, dass Duftstoffe und Parfüms aus Ägypten eingeführt wurden, zuerst durch König David. Es wurden nun auch die heimischen Duftpflanzen verwendet und weitere aus Mesopotamien und Indien. Die ersten offiziellen Parfümeure der Bibel waren Oliah und Besaleel.

Ihren Höhepunkt erreichte die Verwendung von Parfüms und Kosmetika bei den Römern, Arabern und Griechen. So machte Kaiser Nero übermäßigen Gebrauch von den edlen Duftstoffen und ließ die Wände seines Bades und gar seine Sandalen parfümieren. Der junge Kaiser Heliogabal ließ ein ganzes Becken mit parfümierten Wein füllen und badete darin mit seinen Kurtisanen. Den „geadelten Wein“ durfte das Volk dann trinken. Die Kunst der römischen Parfümherstellung verfiel mit dem Ende des Kaiserreiches.

In der Islamischen Welt hatten Düfte ebenfalls einen besonderen Stellenwert. So bekannte sich Mohammed (6. Jh. n. Chr.) zu seiner Vorliebe für Wohlgerüche. Neben den Freuden auf der Erde, versprach Mohammed seinen Gläubigen auch Düfte nach dem Tode. Dies belegt das Werk „Der Paradiesgarten“ des Dichters Firdausi. Moschus war dabei das Lieblingsparfüm der islamischen Welt und es wurde bei einigen Moscheen Moschus in den Mörtel gemischt (Moschee Iparia, Zobeida u.a.). Avicenna war der bedeutendste arabische Arzt. Ihm verdanken wir wichtige medizinische Bücher und Werke über Heilmittel. Auch die Entdeckung der Destillation wird Avicenna (Ibn Sina) zugeschrieben. Alle Araber und Muslime betrachteten das Parfüm als Geschenk des Propheten, welches Freude bereiten soll und Gesundheit und Wohlbefinden erzeugt.

Durch Kreuzzüge, durch die im 12.Jahrhundert die Europäer mit dem Islam in Kontakt kamen, spielten auch die Parfüms wieder eine wichtigere Rolle. Katharina von Medici (1519-1589) brachte die Parfümkunst nach Frankreich. Die von ihr nach Paris georderten Parfümeure konnten die großen Mengen an Parfüm am Hofe Heinrichs 3. (1551-1589) kaum befriedigen. Gewonnen wurden die duftenden Stoffe in Grasse, einem südfranzösischen Städtchen, wo man Kräuter und Lavendel wildwachsend fand. Aber durch das günstige Klima fühlten sich auch Importe aus Indien, Persien und der iberischen Halbinsel wohl. Mit Ludwig 13. und 14. dem Sonnenkönig, behaupteten sich die Parfüms dann endgültig in Frankreich. Ludwig der 15. (1710 -1774) setzte die Gepflogenheiten des väterlichen Hofes fort und seine Favoritinnen, Madame Pompadour und Du Barry gaben ein Vermögen für Wohlgerüche aus. Auch England wurde in der Zeit Königin Elisabeths 1. (1533 -1603) von Düften überrollt. In Köln begann der Mailänder Giovanni Maria Farina um 1709 mit der Herstellung von „gebranntem Wasser“ (Kölnisch Wasser).

Anfang des 19.Jahrhunderts wurde zum ersten Mal Blumenduft mit synthetischen Düften kombiniert. Heute werden nicht zuletzt aus Kostengründen und Wirtschaftlichkeit in der Parfümindustrie ausschließlich synthetische Substanzen verwendet, leider auf Kosten unserer eigenen Gesundheit. Damit sind auch die Geheimnisse Düfte auf natürlicher Basis herzustellen, verloren gegangen. Wild Eden möchte die traditionelle Kunst, Düfte mit natürlichen Ingredienzien herzustellen, wieder auferstehen lassen. Parfüm soll wieder mit den Begriffen Gesundheit und Heilung in Verbindung gebracht werden, denn in unseren modernen und hektischen Zeitalter ist nichts bedeutsamer, als den Wert der Natur wieder zu erkennen und ihn für sich in Dankbarkeit zu nutzen um Körper und Psyche in Einklang zu bringen.

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